Koffergrammophon 2017-12-12T22:48:03+00:00

Koffergrammophon – Finden Sie Ihr Schmuckstück

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His Master’s Voice Koffergrammophon

Nach dem ersten Weltkrieg verdrängten handliche Koffergrammophone und Tischgrammophone sowie andere elegante Tonmöbel endgültig die Apparate mit großen, sperrigen Trichtern. Das His Master’s Voice Modell wurde in den späten 1920er Jahren auf den Markt gebracht. Mit der Schalldose „HMV No.4“ ist es ausgerüstet. Die Lautstärke wird durch das Öffnen der Front-Türen reguliert. Das Abspielen mit geschloßenem Deckel eliminiert zudem störende Nebengeräusche. Eine ausgezeichnete Klangqualität ist die Folge.

Neben dem Motor im Inneren des Grammophons ist ein Zettel angebracht, der genau aufzeigt welche Teile regelmässig geölt oder gefettet werden sollten. Hier sollte im Idealfall auch ein Stempel „Kontrolliert“ und handschriftliche Hinweise auf Kontrolldaten stehen. Auf dem Motor ist eine Nummer und die Londoner Adresse der Fabrik von Middlesex eingraviert.

Pathé Koffer-Grammophon

Mit dem Aufkommen der praktischen Tisch-Grammophone lautete die Devise: „Klein und handlich, aber trotzdem stark und deutlich im Ton“. Eine besondere Herausforderung für die Grammophon-Fabrikanten waren dann schliesslich die tragbaren Koffergrammophone. Ob Schalldose, Kurbel, Tonarm und Schallplatten – das gesamte Zubehör musste im eleganten Koffer verstaut werden können. Selbstverständlich waren auch der Motor, Schalltrichter und Plattenteller fest darin integriert. Dank solchen Koffer-Grammophonen konnte man seine Platten endlich überall wo man wollte anhören.

Das Gerät der Abbildung ist von Pathé und wurde in den 20er Jahren gebaut. Die Holzkiste ist ganzflächig mit Leder überzogen, was dem Grammophon ein edles Äusseres verleiht. Es spielt 78-Touren Platten mit Seitenschrift.

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Mechanical Field Phonograph

Als die USA in den zweiten Weltkrieg eintraten, um mit den alliierten Streitkräften Europa von den Nazis zu befreien, wurden die Truppen unter anderem auch mit Musik von …

  • Glen Miller,
  • Benny Goodman,
  • den Andrew Sisters,
  • Bing Crosby

… ausgerüstet. Die Pacific Sound Equipment Company of Hollywood erhielt Anfangs der 1940er Jahre den Auftrag, ein besonders robustes portables Grammophon zu bauen. Es sollte die Soldaten an die Front begleiten. So entstand der „Mechanical Field Phonograph“ auch bekannt als „Portelec“.

Das Gerät wurde in eine stabile, grau grünlich gestrichene Holzkiste hinein gebaut. Die Kanten durch Stahl verstärkt. Alle Teile wie Kurbel und Schalldose können im Gehäuse sicher versorgt werden. Auf der Innenseite des Deckels befindet sich eine ausführliche Gebrauchsanweisung (siehe Abbildung). Da es wohl schwierig war, im kriegsversehrten Europa eine Ersatzfeder aufzutreiben, erhielt jedes Gerät bereits von Werk an eine Reserve-Feder. Als Klangverstärker dient ein Trichter aus Fiberglas-ähnlichem Material. Dessen Mündung ist von einem Metallgitter geschützt. Bevor das Koffergrammophon ausgeliefert wurde, wurden alle Funktionalitäten genauestens geprüft. Das Resultat des Inspektors ist auf einem grünen Zettel im Gehäuse festgehalten.

Der „Mechanical Field Phonograph“ ist eine Reliquie aus dem 2. Weltkrieges. Er war stets nahe am Schlachtfeld und begleitete die Soldaten manchmal sogar bis in die Schützengräben. So weist auch das Exemplar der Abbildung einige Brandspuren am Gehäuse auf. Das deutet auf einen Fronteinsatz hin.
Viele von diesen Militär-Grammophonen haben den Krieg wahrscheinlich nicht überlebt. Das macht sie sehr selten und auch bei vielen Sammlern sehr begehrt. Oft mussten die Geräte auf der Flucht zurückgelassen werde. Die wenigen erhaltenen Geräte sind außerordentliche Zeugen einer Zeit als Europa brannte und nicht zuletzt vom Swing erobert wurde.

Edison Disc Phonograph Amy and Navy

In der Zeit des 1. Weltkrieges ließ Edison verlauten, dass jedes deutsche U-Boot ein Grammophon an Bord habe. Die amerikanischen Soldaten aber im Kriegsdienst darauf verzichten müssten. In Absprache mit dem Kriegsministerium entwickelte er das Modell „Army and Navy“. Dieser kriegstaugliche „Diamond Disc Phonograph“ wurde in einer armeegrauen Kiste aus bestem Eichenholz eingebaut. Diese wurde mit geschmiedeten Stahlkanten verstärkt. Am 12. Juli 1917 stellte es Edison im New Yorker Nobelhotel Waldorf-Astoria dem Publikum vor.

Edison verkaufte das Koffergrammophon für 55 Dollar. Dies war der Selbstkostenpreis. So verdiente er nicht einen Cent und leistete damit seinen Kriegsobulus. Die Herstellung alleine kostete 38.17 Dollar. Hinzu kamen die Materialkosten. Der große Erfolg blieb jedoch aus. Das Kriegsministerium bestellte kein einziges Gerät und überließ die Anschaffung jeder Truppeneinheit selbst. Bis 1918 wurden nur wenige Exemplare ausgeliefert und in die Schützengräben Europas mitgenommen. Der „Army & Navy“ ist robust gebaut. Er wiegt 100 Pfund, ca. 50 kg und ist nicht gerade als handliches Kriegsgerät für den schnellen Frontwechsel prädestiniert. Viele wurden deshalb auf dem Schlachtfeld zurückgelassen und so zur begehrten Beute des Feindes.

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